27.12.2002 - ...und täglich grüßt das Schmidt Theater
Zugegeben... ich wollte nach meiner Arbeit im Friseursalon nie, nie wieder einer regelmäßigen Arbeit nachgehen. Sprich, jeden Tag zur selben Zeit am selben Ort. Und nun? Jeden Abend betrete ich die heiligen Hallen des Schmidt Theaters. Nun denke ich darüber nach ob es einen Unterschied gibt, zwischen früher und heute, was das Wiederkehren an ein und dieselbe Arbeitsstätte betrifft. Den gibt es!
Junge Leute, die mich begrüßen und sich freuen, wenn ich den Laden betrete, Gäste, die sich schick gemacht haben und mit einem Lächeln und freudiger Erwartung den nächsten Stunden entgegen sehen. Nicht zuletzt die Kollegen, die sich aufwärmen um dem Publikum eine gute Show zu bieten. Diese Atmosphäre ist es, die das Theater ausmacht. Warum war es früher nicht so? Man kam in den Frisursalon, denn ich war ja Friseurmeister, und wurde meist mit einem muffeligen " Morgen!" begrüßt und stürzte sich auf die Kunden, die den Laden betraten mit den Worten: "Herr Lüdtke, ich bin da! "...upps, war das wirklich mal mein Name??? "Ich bin da!" sollte so viel heißen wie, "fangen sie an!!" Gerade diese Menschen wurden mit einer Wartezeit von 5 Minuten gestraft, da ich keine Maschine und auch nicht deren Haushund war.
Wo liegt der Unterschied? Ich glaube, im Theater entsteht etwas Neues. Etwas, das jeden Abend neu zelebriert wird. Abläufe sind zwar ähnlich, aber nie gleich. Die Atmosphäre ist voll von Kreativität und Humor. Wer selbst gute Laune transportieren möchte, sollte sie auch haben, sonst geht die Sache schief. Einen Lockenwickler kann ich auch mit schlechter Stimmung eindrehen, wickle ich aber einen Gast mit schlechter Stimmung ein, so bekomme ich prompt die Quittung!
Jeden Abend spürt man es: Die gute Laune verbreitet sich. Sie ist wie ein Virus. (Gibt es eigentlich nur negative Viren?) Der gute Laune Virus bedarf keiner Behandlung. Sicher gibt es Menschen, die gerne einen Impfstoff entwickelt sähen, mit dem sie dieses lästige Wesen für alle Zeit aus dem menschlichen Dasein verbannen könnten. Aber sprechen wir jetzt nicht über Kritiker J (Kleiner Scherz am Ende des Jahres...)
Was haben wir gelernt? Gute Laune breitet sich aus. Wir sind für unsere Launen verantwortlich und manchmal auch für die Launen anderer. Moment Marie Johanna nervt gerade...
Sie sagte: "Kaychen mein Raychen, was schreibst Du da? So viel Text für eine Weisheit: Wie man in den Wald ruft, so kommt es zurück."
Ein frohes Fest und glückliches neues Jahr.
Euer Kay