Schmidt Theater & Schmidts Tivoli - Theater Gastronomie Hamburg Reeperbahn
"Nur weil wir unsere Grenzen kennen und uns auf akzeptable Art respektieren war dieses Foto möglich......."

2.10.2002 - Toleranz die Zweite

Zugegeben….. Im Thema "Wenn man so aussieht, muss man damit rechnen" habe ich über die Toleranz gesprochen. Ein interessantes Thema, das ich mit Teil 1 begann. Viele Menschen sprachen mich an: "Wo bleibt Teil 2?"

Hier kommt er.

Jedem von uns fällt es nicht leicht wegen individueller Eigenarten, sei's gewollt oder nicht, verschmäht zu werden.

Sicher! Toleranz ist ein Langzeitprojekt. Schwer genug für viele, sollte man meinen. Aber was ist schwer daran. Wer tolerant ist, kehrt vor der eigenen Tür. Zu dumm nur, wenn die, die wir tolerieren, ständig ihren Mist vor meine Tür werfen. Will heißen, sämtliche meiner Sinnesorgane in Anspruch nehmen, um mich darauf aufmerksam zu machen, dass egal wieviel ich gebe, es nie genug ist. Ich toleriere den Hetero genauso wie den Homo. Schwer wird es allerdings beim Hetero, der sein dämliches Machogehabe ständig vor sich herträgt und sich durch sein Verhalten nicht von der tratschenden Durchschnittshausfrau im Fenstersims unterscheidet.

Auch Homos, die sich, mit Gasmaske verkleidet, beim CSD an Mülleimern und Straßenlaternen ketten lassen, sind mir ein Gräuel.

Oder kennen Sie diese Transvestiten, die meinen, alles und jeden zum Sex überreden zu müssen und ständig ihre Titten vor sich herschieben? Sie nur als Frau zu tolerieren, wäre ihnen zu langweilig.

Jemanden mit einer anderen Meinung toleriere ich gerne. Nur nicht, wenn er sich laut schreiend in der Spitaler Straße vor einer Apotheke über seine Auffassung von Jesus Christus auslässt.

Sicher toleriere ich Gäste, die während meiner Show etwas zu viel getrunken haben. Zum Kotzen ist es allerdings, wenn mir diese Leute ständig ins Konzept quatschen, nur weil Vater Alkohol ihnen einredet, sie seien eh die besseren Entertainer.
Ich toleriere die manchmal angestaubten Ansichten eines älteren Mitbürgers. Jemand der sich aber immer auf das "Früher war alles besser"-Parkett begibt, überschreitet meine Toleranzgrenze ziemlich schnell.

Wenn man heute etwas bewegen möchte, muss man natürlich auffallen. Auch ich versuche aufzufallen. Auch ich nutze die Toleranz der Menschen. Aber dank guter Kinderstube weiß ich, dass bei jedem die Schmerzgrenze unterschiedlich geeicht ist. Die wahre Kunst des Miteinander ist doch, diese Grenze zu berühren aber nicht zu überschreiten. Durch das Berühren dieser Grenze mache ich auf mich und mein Anders sein aufmerksam. Überschreite ich die Schmerzgrenze jedoch, mache ich mich unbeliebt. Vielen ist es heute egal, ob sie jemand mag oder nicht. Die Hauptsache ist, sie machen ständig auf sich aufmerksam. So quatschen sie sich durch alle Talkshows dieser Welt, auch eine Art durchs Leben zu kommen.

Ist es nicht schön, wenn Dein Freund Dich toleriert und versteht? Musst Du es mit dem ganzen Universum aufnehmen?

"Anders sein und Spaß dabei haben" ist meine Devise.

"Anders ist nicht anders genug" ist die Devise vieler Menschen! Wie sangen doch die Ärzte so schön: "Deine Springerstiefel sehnen sich nach Zärtlichkeit."

Das Lieblingsmusical von Marie Johanna ist übrigens EVITA. Gefragt nach ihrem Lieblingssatz antwortet sie spontan: "Thougt the more that loved me, the more loved I'd be but such things cannot be multiplied"

Ich sachs ja, Oma hat immer recht.

Euer Kay