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Kay Ray - mit Ingwerwurzeln und Esspapier im Supermarkt

26.04.2004 - Kommunikation auf Abwegen - Teil 2

Zugegeben..... 14 Tage können kurz sein, bei mir sind sie immer etwas länger. Der Stammleser dieser Kolumne versteht, was ich sagen möchte. Der Kayskolumnenleserneuzugang wird einfach 14 Tage warten müssen, um festzustellen, worum es in dieser Einleitung eigentlich geht......

......., jedoch dankbar für den Tipp, wollte ich die Ingwerwurzel wieder dorthin legen, wo Annette (meine Freundin) sie weggenommen hatte..., aber wo war das? Hilflos stand ich in der Obst- und Gemüseabteilung, meine Augen kämpften sich mühsam über Tomatenberge, Porreestangen und Avocados. Wo, herrschaftszeitennocheinmal, liegt der Ingwer? Wie sollte ich dem anwesenden Verkäufer erklären, dass ich es gerne zurücklegen würde, aber nicht weiß, wo es genommen wurde, da ich es ja nicht nahm, sondern nur fand (welch ein Satz!). Ich beschloss, mich dieser Situation auf ziemlich unsoziale Art zu entziehen, indem ich die Ingwerwurzel zwischen die Bananen schob. Gerade wollte ich mich vom Ort des Verbrechens entfernen, da hörte ich diese Stimme: "Hallo, legen Sie es doch bitte dorthin, von wo sie es genommen haben!" "Okay!" dachte ich, "Ich habe es versucht!" und schlich wieder zum Esspapier zurück.

Was mir nun nicht aus dem Kopf will, ist folgendes: Sicher ist Ihnen auch schon in diversen Supermärkten das Phänomen der falsch platzierten Waren aufgefallen. Ob nun Ingwerwurzeln im Esspapier oder Shampooflaschen bei den Kartoffelchips. Früher habe ich immer gedacht, jemand hätte nachdem er sich den Kauf dieses Produkts aus dem Kopf geschlagen hat, eben jenes an Ort und Stelle wieder entsorgt. Will heißen, bei den Chips fällt mir ein, dass ich das Shampoo nicht brauche. Also landet Shampoo im Chipskarton. So könnte es sein! Was aber, wenn das alles Messages inniger Freundschaften sind. Was, wenn sich Menschen auf diesem Wege ohne Worte an etwas erinnern.

So wie Annette und ich. Immer noch kommunizieren wir über unsere Esspapierbox und freuen uns, über Menschen, die es uns gleich tun. Neulich lag eine Kondompackung im Gurkenregal. Wer sich da wohl zum Schäferstündchen verabredet hat?....

Werter Leser, sollten Sie beim Lesen dieser Kolumne Schwierigkeiten haben, so beginnen Sie von vorn. Ich weiß, um die chaotische Denkweise dieser kleinen Geschichte. Aber glauben Sie mir, wer mit Marie Johanna lebt, lernt ungewöhnlich zu denken. Schon morgens, wenn der Tag beginnt, fragt sie mich nach der Uhrzeit. Sie hat einen Radiowecker und kommt mit den Zahlen nicht zurecht: "Es ist 8:48 Oma" - Brezelchen, Doppelpunkt, Stühlchen, Brezelchen........

bisinvierzehntagen Euer Kay