20.01.2003 - Grand Prix
Zugegeben, ich bin ein traditionsbewusster Mensch. Mich interessieren die immer wiederkehrenden Dinge des Lebens. Spannend ist für mich dabei die Tatsache, dass sie meistens einen echten Sinn haben. Es ist für mich aufregend, in einem Sprichwort den Sinn zu entdecken, oder zu recherchieren, warum früher alles besser war.
Oft ist es wirklich so. Was ich für hipp hielt, hielten meine Großeltern für töricht. Pünktlichkeit ist eine Zier..... früher war drauf gesch..., doch heute macht mir meine ständige Unpünktlichkeit zu schaffen. Nur ein Beispiel für die kleinen Dinge des Lebens, die, richtig angewendet und behandelt, mein und das Leben anderer angenehmer machen.
Leider gibt es immer wieder Menschen, die glauben, alles und jedes müsste neu erfunden werden. Das deutsche Liedgut, ohnehin schwer angeschlagen, durch das Bearbeiten nicht gerade traditionsbewusster Zeitgenossen ist also nun an seinem Tiefpunkt angekommen. Ein nackter Arsch auf dem Grand Prix. Mal ehrlich. Ich bin manchmal ein Grenzgänger. Aber abgesehen davon, daß ich von meiner missratenen Hinterseite gar nichts halte (vorne gebe ich mir ein "sehr gut"), käme ich nie auf den Trichter, auf einem Grand Prix meinen Arsch zu präsentieren. Da ich ja alles versuche, mit Humor zu sehen, versuchen wir doch mal einen Grand Prix de les Idiotes d' Allemagnes zu kreieren:
Als da wären Kandidat
Nr.1 Transenberta aus Hamburg
In Ihrer Bühnenshow hockt sie auf Stefan Raabs Gesicht und singt: Alle meine Freier leckten mir die Eier!
Nr.2 Gabriele Schanzensprung aus Reit im Winkel
Sie rappt in Ihrer Show über den Spaß beim Après Ski. Ihre Choreografie führt sie durch Berge ausgekotzter Feiglinge vorbei an der Glühweinkanone, um sich synchron zum Schlussakkord Richtung Kamera zu übergeben.
Nr.3 Gundolf Schnipsel
Dieser Teilnehmer besticht durch sein offenes Bekenntnis zur Homosexualität. Zu dem Song "Schneider beschneiden nicht nur Stoffe" macht er sich inmitten vorhautbeengter Tänzer einen Einlauf. Letzte Kameraeinstellung: Von seinem Gesicht in den Eimer.
Nr.4 Rita Ritze
Mit ihrem Song "Gleichheit" versucht sie auf die Lesbenszene in Hagen am Teutoburger Wald aufmerksam zu machen. Sie hat auch alle Dorflesben mitgebracht. In ausgefeiltem Stechschritt marschieren die Damen mit platt strangulierten Titten auf den Kameramann zu und schlagen ihn zum Takt der Musik blutig.
......endlich deutsche Beiträge mit Message. Man wird stolz nach Deutschland schauen und sagen: "Die trauen sich was, die Deutschen!" Übrigens wurde Marie Johanna disqualifiziert. Sie wollte mit dem Song "Lili Marleen" teilnehmen. Man meinte, Ihr Gesicht sei zu alt und der Song hätte nicht genug Message. Das Ballett bestehend aus knackigen jungen Männern in Uniform durfte nicht mittanzen, weil Marie Johanna sich weigerte, Ihnen Schill-Masken auf zu setzen.
Nun sitzt sie vorm Spiegel und denkt über ein Arschlifting nach, für die Teilnahme im nächsten Jahr.
Gruß Kay Ray