Zugegeben 1: 23.4.2002: Fußball, Medien und die Seite 1.
Cognac, Minifernseher, Ledersofa und Britain-Outfit: das bin ich als Proll.
Es ist soweit. Wovon ich immer geträumt habe wird war. Eine regelmäßige Kolumne auf der Homepage meines Wohnzimmers, dem Schmidt Theater. An dieser Stelle werde ich zu allem was mir schief steht meinen Senf abgeben. Bewaffnet mit einem Fotoapparat streife ich durch den Innenstadtdschungel. Immer auf der Lauer nach besonderen Ereignissen und den kleinen Ärgernissen des Alltags. (Die U-Bahnaufsicht, die mir das Rollern auf meinem Roller in einem völlig leeren U-Bahnhof untersagt hat darf schon schlottern!!) Und alle sollen sie anfangen mit »Zugegeben«... Zugegeben, andere enden mit »alles wird gut!«. Zugegeben, davon habe ich mich inspirieren lassen. Am Ende soll auch bei mir alles gut werden. Das kann es aber nur, wenn ich mir den Beginn meines jeweiligen Themas vor Augen halte. Da sind wir auch schon mittendrin, im ersten Thema. Sport. Gehen wir zurück ins alte Rom. Auch damals hätte ein Kolumnist mit diesem Wort beginnen können: Zugegeben! Es hat immer funktioniert. Brot und Spiele halten das Volk bei Laune. Obwohl mir die Laune in Anbetracht der anstehenden WM vergeht. Als Nichtfussballfan konnte ich nur den Koksskandalen des Herrn Daum eine Menge (fürs Programm) abgewinnen. So ist es selbstverständlich, das ich nun den Sportteil meiner morgendlichen Zeitungslektüre verschlinge, immer auf der Suche nach einem handfesten Skandal, den ich dann in meinem Programm verbraten kann. Aber siehe da. Die langwierige Suche nach interessanten Gegebenheiten in dieser für mich langweiligen Sphäre hat ein Ende. EFFI ist auf Seite 1!
Was plappert der da? Gelesen hat's jeder und kommentiert auch. Mit eindeutigem Fingerzeig in einer großen deutschen Tageszeitung. Wir sind also im Bilde.
Die Zeiten haben sich ja Gott sei dank geändert. Im alten Rom bekamen die Spieler ihre Gegner nicht per Tabelle zugeteilt, nein überlegen mussten sie sein: Die Gegner! So war der Spieler schon von Beginn des Spieles an zum Verlierer verurteilt und konnte nur auf die Gnade des Kaisers hoffen. Da wurde nicht diskutiert über die soziale Situation des Volkes. Da wurde gekämpft bis zum Tod, ohne Millionen von Talern, ohne Meinungsfreiheit. Infolge dessen haben die Spieler sicher nicht so viel dummes Zeug geredet wie heute...
Was würde Marie Johanna, meine Oma sagen: »Früher war eben alles besser«.
Euer Kay