Schmidt Theater & Schmidts Tivoli - Theater Gastronomie Hamburg Reeperbahn

Von gestern

Hier spricht Kay!

Auf dem Weg zum Casting. Mein Partner kam durch, ich flog raus!

DSDS
16.01.2007

Zugegeben, es ist viel gesagt und viel geschrieben worden über dieses Fernsehformat. In Selbigem wird auch viel gesagt, manches geschrieben, aber wo wird denn da gesungen? Habe ich doch richtig verstanden? Es geht um Gesang, oder etwa nicht?

Anhand dieser Sendung lässt sich so manches erklären. Kein Wunder, dass sich in Deutschland immer weniger junge Menschen mangels ausreichender Kenntnisse in Ausbildungen wieder finden. Die haben keine Zeit! Die müssen Texte lernen! Erklärtes Ziel eines deutschen Durchschnittsjugendlichen ist es, DSDS-Sieger zu werden. Mit welchen Aussichten? Sagen wir es so: Früher gab es das Traumziel Stewardess ... aber doch nicht mit Absturzgarantie! Da ist der Unterschied.

Nun sagen einige Politiker, man müsse die Jugend vor Dieter Bohlens Kommentaren schützen. Warum? Eine Dame, die 3 Jahre (!) an einem Song lernt und dann "My Heart will go on" so zitiert, dass sich alle Tsunamis dieser Welt vornehmen, sie mit allen Schiffen, die sie jemals betreten hat, aufs Meer zu ziehen, um danach das gesamte Material weit ins Landesinnere zurück zu spucken - auf dass sie sich niemals wieder mit nautischen Gesängen befassen möge - hat nix anderes verdient.

Im Gegenteil: Man sollte darüber nachdenken, den schlechtesten Teilnehmern (ja, die mit dem gehobenen Selbstbewusstsein…) als Belohnung für klägliches Versagen einen Straffick zu verordnen. Ausgeführt von Krokotaschengesicht Dieter Bohlen persönlich. Wenn es bei Dieter unten so schrumpelt wie oben, kann man sich auf -ne Rumpelnummer gefasst machen.

Es ist wie immer in diesem Land. Jeder redet drüber, aber keiner ändert etwas. Mittlerweile sollte jeder wissen, was sich aus der Teilnahme an dieser Sendung ergibt. Aber wer sich damit befasst, als Putztante bei Gräfin Schiessmichtot Pferdeäpfel zu zählen, um sich dann beim "Casting" zum RERERERERERECALL vor Krokotaschen, Hasenzahntussen und unbehaarten Zwergen ein vernichtendes Urteil abzuholen, sollte sich vom Produzenten eines adligen Gauls einen Huftritt verpassen lassen, der ihn zurück auf den jugendlichen Boden holt. Und der war leider immer schon bepflanzt mit ein bisschen Disziplin, einer Ausbildung oder zumindest einer gehörigen Portion vernünftiger Selbsteinschätzung. Übrigens, die Baronen-Putze belegte ihre umfangreichen Kenntnisse des Showbizz mit dem Film "Bodyguard". Da sei mal ganz sicher: Dich entführt kein Schwein!

Für mich erklärt sich das Ganze aber auch durch mangelnde Erfahrung im Bereich Zusammengehörigkeit und Selbstwertgefühl. Moment, da gab es doch noch was? Ah, ja. Familie, Liebe, Aufmerksamkeit, Nest! Diese Dinge braucht es im Leben doch noch wenn ich Marie Johanna heute fragen würde: "Welchen Rat würdest Du deinem Kind auf den Lebensweg mitgeben, würdest du heute noch eins bekommen?", gäbe sie sicher die völlig falsche Antwort: "Ballerspiele spielen oder singen!"

 

Bis zum nächsten Mal,
Euer Kay