11.05.03 - Biografien
Kay Ray - Gute Kinderstube Nun ist es also so weit. Effi hat seine Biografie auf dem Markt. Nach Dieter Bohlen und Amanda Lear, nach Verona Feldbusch und Romy Haag nun also auch er. Im Falle der Haag zweifelt manch schwuler Zeitgenosse über den Wahrheitsgehalt des Werkes. Bei Amanda Lear braucht man gar nicht darüber nach zu denken, gilt diese Frau? ....doch als Mysterium schlecht hin. Obgleich mit keiner Zeile in ihrem Werk spricht sie aus, dass sie als Peggy de Oslo im altehrwürdigen Chez Nous Travestie Theater in Berlin schon Ihr Unwesen trieb. Was mich veranlasst, darüber nach zu denken, ob Effi vielleicht gerne in Frauenkleidern dribbelt. Würde es im Buch erwähnt, ich hätte es schon im Regal.
Überhaupt, kann sich die Buchhändlerzunft langsam etwas einfallen lassen. Der geschenkte Gaul, seines Zeichens die Lebensbeichte der Knef, galoppiert doch laut wiehernd davon, wenn er sich ein Regalbrett mit diesen literarischen Entgleisungen teilen müsste. Ich meine, wer will denn wirklich wissen, wo oder wann sich Herr Bohlen in wem den Schwanz gebrochen hat, wen interessiert wirklich, wie sich Frau Feldbusch zur Blubb-Ikone gemausert hat. Und wie oft Effi seine Bälle an den Pfosten gespreizter Frauenbeine gestoßen hat, muss die Welt ja auch nicht wissen.
Als ich damals am Steindamm stundenlang unbenutzt im Sling vom Seventh Heaven lag, kam mir kurz der Gedanke, diese Dinge auf zu schreiben. Bin mit mir übereingekommen, solche Sachen für mich zu behalten.
Ich arbeite allerdings an den Memoiren von Marie Johanna. Als Ghostwriter und darin gibt s nur die Wahrheit, z.B. als sie damals Susanne Erichson als erste deutsche Schönheitskönigin vom Thron stieß oder wie sie im Auftrag der amerikanischen Regierung die Einschusslöcher in Kennedys Todesschlitten mit Gips zuschmierte um Beweise zu vertuschen. Interessant auch die Geschichte, als sie nach mehreren Gesichtsoperationen die wahre Marilyn entführen ließ und sich später dann durch einen vorgetäuschten Selbstmord auf einer Bahre zurück ins Leben rettete. Überhaupt konnte niemand wissen, dass es Oma war, die den ersten Schritt auf den Mond tat. Aber ich will nicht zu viel verraten. Die Memoiren der Marie Johanna werden gut und sie werden sich spitze verkaufen, denn das, was sie mir erzählt, ist wahr. So authentisch, wie kein Effi je sein wird und so laut, wie kein Äffchen je schreien wird und...... was denn?? Ach Mist! Marie Johanna erzählt mir gerade ganz stolz, Effi hätte ihren Tipp befolgt und ein Buch geschrieben. Na denn, viel Spaß liebe Leser.
Euer Kay