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Als Einzelkind aufzuwachsen - das kann schon ein schweres Schicksal sein. Zwar bleibt einem der tägliche Kampf um eine ausreichende Ration von Lebensmitteln erspart, doch andererseits findet man sich später so manches Mal schlecht in der Gesellschaft Gleichaltriger zurecht. Ich spreche aus Erfahrung - der Synchron-Spagat im BDM hat mir immer sehr viel Mühe gemacht.
Enno Mühlmann, Oberkellner im Restaurant Dips 'n Stix, ist zwar auch ein Einzelkind, aber durch den Beruf seiner Mutter, Erzieherin in einem Kinderheim, hat er in seiner Kindheit mit Bambinis seines Alters ständig Kontakt gehabt. Es ist immer noch zu merken: Schließlich ist die Arbeit in einem Restaurant auf der Reeperbahn der Arbeit in einem Kinderheim nicht unähnlich. Gekleckert wird dort mindestens genauso viel, doch mit immerwährendem Gleichmut kümmert sich Enno Mühlmann um alle verschütteten Drinks, Soßenflecken und zerstörte Tischdekorationen - das kulinarische Leben ist und bleibt ein Schlachtfeld.
Ich selbst bin mit Enno das erste Mal in Kontakt gekommen, als mir meine Dritten Zähne direkt in die Kokossuppe gefallen sind (die übrigens sehr zu empfehlen ist) und die herausspritzende Flüssigkeit auf dem Pelz meiner Nachbarin landete. Diese behauptete zwar, es sei ein Nerz, aber Enno pflichtete mir sofort bei, als ich der Dame erklärte, dass, sollte es sich tatsächlich um einen Nerz handeln, die Kaninchen wohl unter falschem Namen leben würden. Jedenfalls hat mich der hochaufgeschossene junge Kellner, der mir durch sein Aussehen (eine Mischung aus Michel aus Lönneberga und Timm Thaler) schon immer einen Augenschmaus bereitet hat, damals sehr getröstet und wir haben sofort unsere gemeinsame Liebe für die Musik entdeckt. Nun ja, ich gebe es zu: Die Unterschiede sind kaum zu überbrücken. Ich liebe Operetten wie "Das Hollandweibchen" oder "Die Försterchristl", aber Enno hatte noch nicht einmal etwas von der Operette "Die Studentengräfin" gehört, und das, obwohl er doch selbst einige Semester studiert hat (Jura, anglistische Sprachwissenschaft, Sprechwissenschaft, Phonetik und Philosophie). Stellen Sie sich aber meine Überraschung vor, als Enno mir von seinen musikalischen Vorlieben berichtete! "Schräge deutsche Bands", wie er mir mit seinem jungenhaften Charme zu erklären versuchte, mit absonderlichen Namen. Mal ehrlich: Haben Sie schon jemals etwas von der Band "Das zuckende Vakuum" gehört? Leider hatte ich keine Gelegenheit, die Qualität von Ennos Zuckungen zu begutachten, denn ach, alle schönen Männer sind entweder homosexuell oder bereits vergeben. Auf Enno trifft letzteres zu, er ist schon seit geraumer Zeit mit seiner Kollegin Dürten (norddeutsch für Dorothea) zusammen. Kennen gelernt haben sich beide in Hamburg, stammen aber nicht aus der Hansestadt. Dürten kommt aus einer anderen Hansestadt, Rostock und Enno ist in der Nähe von Weimar aufgewachsen. Er besucht seine Heimatstadt immer wieder. Auch als das verhängnisvolle Feuer die Anna-Amalia-Bibliothek zerstörte war er anwesend und hat Schnipsel der umherfliegenden Bücher aufgesammelt. Er ist mit den Weimaranern im wahrsten Sinne des Wortes durchs Feuer gegangen, das hat ihn mir noch sympathischer werden lassen. Denn ja, Feuer brennt nicht nur in der Anna-Amalia-Bibliothek. Feuer brennt auch tief in mir drin!
Enno lebt im Hier und Jetzt und mochte mir über seine Zukunftspläne gar nichts verraten, obwohl ich ihm mehrmals angeboten habe, als Patentante bei einem eventuell zu erwartenden Kind zur Verfügung zu stehen. Ich liebe Kinder. Besonders wenn sie schreien, dann bringt sie immer ganz schnell jemand weg. Auch wenn ich mich in Gesellschaft junger und intelligenter Menschen wie Enno einer ist, immer wieder wie zwanzig fühle - für eine Schwangerschaft wäre ich dann doch zu alt und außerdem haben Schwangerschaften so ungünstige Auswirkungen auf die Stimmlippen. So habe ich auf Nachwuchs mit Rücksicht auf meine Karriere immer wieder verzichtet. Und ich hatte Angebote!
Singen, soviel verrät Enno immerhin, würde er schon sehr gerne wieder mal. Enno hat in seiner Jugend in diversen Laienspielgruppen Theaterstücke und Musicals aufgeführt, aber eigentlich mag er Musicals nicht so gerne. Er liebt Rockmusik und alles "was flotter ist als deutscher Country". Ich habe ihm hoch und heilig versprochen, dass, sollte sich die Geschäftsleitung entschließen, demnächst ein Dolly-Parton-Musical mit mir in der Hauptrolle zu produzieren, er auf jeden Fall dabei sein wird. Zum Beispiel als Country-Legende Kenny Rogers.
Also, liebe Leserinnen und Leser, wenn Sie das nächste Mal im Dips 'n Stix sind, lassen Sie sich von Enno beraten und verführen. Zu einem guten Essen versteht sich. Oder zu einem kleinen Plausch. Sie werden dann auch seine Abgründe kennen lernen - zum Beispiel die Vorliebe für Prosecco und Thüringer Rostbratwurst.
Wie alt bist Du? 28 Jahre bin ich.
Welches ist Dein Lieblingskomiker? Natürlich Frau Emmi, was für ne Frage ...
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? All die lustigen und verrückten Leute, die man so trifft (vornehmlich Kollegen und Künstler) und das Beobachten und Studieren größerer Menschenansammlungen im Theater. Der alltägliche Herdentrieb.
Bleibt bei Deiner anstrengenden Tätigkeit auch Zeit für privates Vergnügen? Oh, ja.
Wie sieht das denn so aus? Also ich ess dann gern Sachen, die ich nicht selbst zubereitet habe, ich geh gern schwimmen oder squashen. Und wie schon erwähnt, musiziere ich auch ganz gern. Naja, man muss ja auch nicht alles verraten ...
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Emmi findet ihr Kinn so hübsch, da hat sie sich gleich drei weitere anoperieren lassen ...
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 - Romy auf einem Kontrollgang durch die Schmidt-Katakomben.
Das Leben und Arbeiten im Schmidt Theater bringt für die vielen emsigen Mitarbeiter auch viel Stress mit sich - ein derart perfekter Kundenservice will schließlich gelernt sein und fordert seinen Zoll an Blut und Tränen. Da ist es wichtig, dass es Mitarbeiter gibt, bei denen man sich mal so richtig ausheulen kann. So jemand ist Romy, die freundliche Theaterhündin. Romy ist ein Mischlingskind - so nannte man das jedenfalls in meiner Jugendzeit - und sie ist stolz darauf, dass auch ihre Eltern Mischlingskinder waren. Die Mutter eine Mischung aus Husky und Leonberger, der Vater aus Border-Collie und Labrador. Romy vereinigt alle guten Eigenschaften dieser Rassen auf sich und so nimmt es nicht Wunder, dass eine ihrer vornehmsten Eigenschaften das Zuhören ist. So manchen Mitarbeiter sieht man nach einem anstrengenden Arbeitstag in dem im Keller gelegenen Aufenthaltsraum sitzen und sich bei Romy ausweinen. Wer könnte sich auch diesen treuen, aufmerksamen Augen verschließen? Zudem ist Romy völlig verschwiegen, kein Klatsch und Tratsch dringt über ihre wohlgeformte Schnauze!
Romy ist ein richtiger Theaterhund. Ihr Herrchen Robin arbeitet im Schmidt Theater, ihr Frauchen Antonia nebenan im St. Pauli Theater und so hat sie Gelegenheit viele Produktionen kennenzulernen. Besonders liebt Romy Theaterstücke mit Musik, deshalb hat sie den musikalischen Leiter des St. Pauli Theaters, Matthias Stötzel, und Kai Bronisch, den Darsteller des Dr. Mathieu aus der "Villa Sonnenschein" besonders in ihr Herz geschlossen. Aber auch dem anspruchsvollen Sprechtheater verschließt sich ihr Gemüt nicht - so will man beobachtet haben, wie sich Ben Becker nach den schlechten Kritiken für "Endstation Sehnsucht" bei ihr ausgeheult hat. Romy hat dieses schwüle Drama sehr gut gefallen - trotzdem ist sie der Meinung, Ben Becker sollte ruhig mal mit ihr zum Joggen gehen! Oper mag sie nicht so sehr, ihrer Ansicht nach gibt es zu wenige Opern mit Tieren und vor dem Drachen aus dem "Ring der Nibelungen" hat sie sich bei einer Ausstrahlung der Otto-Schenk-Inszenierung sehr gefürchtet und war stundenlang nicht mehr zu beruhigen. Außerdem findet sie das Geschrei ziemlich anstrengend.
 - Romy mit Herrchen Robin
Ich nutze diese Seiten ja immer wieder gerne als Freundschafts- und Heiratsbörse. Aber leider, in diesem Fall muß ich Ihnen eine traurige Mitteilung machen: Romy ist vergeben! Sie hat ihr Herz an Tyson verschenkt, einen aus Spanien importierten Spaniel. Den hat sie so richtig lieb, obwohl Tyson gerne in Hundeohren beißt. Romy empfindet das, darin ganz Dame, als etwas abartige sexuelle Praktik. Dabei ist sie durch die Mitarbeiter des Schmidt Theaters durchaus mit sexuellen Abartigkeiten vertaut. Hobbys hat Romy viele, sie schwimmt gern, stromert mit Vorliebe durch den Schmidt Keller und kickt gerne mit einem kleinen Football. Ihr Traum, einmal in Corny Littmanns Fußballverein, dem F.C. St. Pauli mitzuspielen, ist leider noch nicht in Erfüllung gegangen. Ansonsten ist Romy sehr genügsam und am allerliebsten - hört sie eben gerne zu.
Magst Du Katzen? Ja, aber nur frittiert oder am Spieß!
Glaubst Du, dass Katzen intelligente Tiere sind? Ich halte das für ein Gerücht. Wenn Katzen soviel intelligenter sind als Menschen, warum kommen dann immer noch mehr Katzen als Menschen bei Autounfällen ums Leben?
Was sind Deine Pläne für die Zukunft? Ich habe schon verschiedene Male an Castings für Hunde teilgenommen und würde gerne mal in einem Film mit Veronika Ferres spielen - die hat zwei besonders schöne Möpse!
Magst Du Serien mit Tieren? Und wenn ja, welche? Flipper gefällt mir gut, der macht so lustige Geräusche. "Lassie" finde ich ziemlich spießig. Besonders gerne sehe ich die Wiederholungen von "Daktari" - der schielende Löwe Clarence beweist schließlich, dass man, auch wenn man mit einem Makel behaftet ist, ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft werden kann. Das ist ja auch für viele Mitarbeiter im Schmidt Theater eine wunderbare, tröstliche Erkenntnis, die ich immer wieder gerne weitergebe.
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Die Witze von Herrn Willnowsky sind mir zu schmutzig, außerdem kommen da keine Hunde vor. Aber Frau Emmi hat mir mal einen sehr schönen Katzenwitz erzählt, obwohl der ein bißchen diskriminierend ist. Eine kleine Katze stößt auf einen Hund und ruft: "Wau! Wau". Der Hund nimmt reißaus. Da sagt die Katzenmama: "Siehst Du, ich habe Dir immer wieder gesagt, wie wichtig es ist, eine Fremdsprache zu lernen!" Also, ich wäre darauf sicherlich nicht hereingefallen.
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 - Sara Gonschorek und Emmi
Das "Dips 'n Stix" im Schmidt Theater hat sich aufgrund seiner hervorragenden Küche und des gut aufgelegten Servicepersonals zu einem der angesagtesten Restaurants der Hansestadt entwickelt - und Sara Gonschorek ist neben dem Restaurantleiter eine der regierenden Königinnen. Dabei deutete zunächst nichts auf ihre Berufung als Servicefachkraft hin. Die Mutter bei der Lufthansa, der Vater bei Hapag Lloyd, da hätte man bei Sara eher den Traum vom Fliegen erwartet. Sie ist hingegen immer auf dem Boden geblieben.
Aufgewachsen in Wiesbaden, hat sie sich den hessischen Dialekt während ihrer Schulzeit in Hannover gründlich abtrainiert. Kein Wunder, dort wird angeblich das beste Hochdeutsch der Republik gesprochen - eindeutiger Standortvorteil einer Stadt, die sonst wenig zu bieten hat. Besonders von der Altstadt war Sara begeistert, was für ihren grundguten Charakter spricht: Sie gewinnt auch ausweg- und trostlosen Situationen eine positive Seite ab. Vielleicht hat sie das in der Waldorf-Schule gelernt, einer Erziehungsanstalt, für die sie ein schönes Bild aus der Tierwelt gefunden hat: Bis zur 10. Klasse ein kleines Kätzchen, das aber durch die ab Klasse 10 einsetzende Benotung zu einem reißenden Tiger wird. Aber: Ein sehr großes Miteinander habe es dort gegeben. Diese Erfahrungen dürften sie auf die raue Welt der Gastronomie ausreichend vorbereitet haben - Sara ist ein Teamplayer und kommt auch mit schwierigen Gästen zurecht, die sich manches Mal in reißende Säbelzahntiger verwandeln können.
Sara liebt Filme und war als Backfisch ein großer Fan von Fernsehserien wie den "Schlümpfen" und "Pumuckl". Angesprochen auf den gerade schwelenden Rechtsstreit, ob Pumuckl eine Freundin bekommen soll oder nicht, antwortet sie salomonisch: Für die kleinen Zuschauer fände sie eine Freundin doof, für erwachsene prima. Auch Zeichentrickfiguren werden schließlich älter, da sei es doch schön, wenn auch Pumuckl mit normalen menschlichen Entwicklungen Schritt hält. Ich habe mir die Frage verkniffen, ob Sara ihre freien Abende immer noch mit Pumuckl verbringt - auf jeden Fall ist Sara auf der Suche nach einer netten Partnerin, für alles, was zu zweit mehr Spaß macht.
Saras sehnlichster Wunsch war, Film-Cutterin zu werden. So wusste die kleine Sara ihren Fernsehkonsum immer mit ihrem Berufswunsch zu entschuldigen, Hitchcock habe schließlich auch als Cutter angefangen. Ihre Ausbildung als Cutterin hat sie schließlich bei Taunus-Film in Wiesbaden absolviert, in dem Beruf aber nur ein halbes Jahr gearbeitet. Die Liebe zu Hitchcock ist geblieben. Ihr Lieblingsfilm ist "Vertigo", was wohl eher an der atemberaubend schönen Kim Novak als am schlafmützigen James Stewart liegen dürfte. Das Psychologiestudium in Mainz hat sie hingegen nach wenigen Semestern abgebrochen. Als sehr gefühlvoller Mensch hätten sie die Patientenschicksale sicherlich auch nach der Sprechstunde noch beschäftigt. Genützt hat es trotzdem - es gibt wenige Menschen, die so viel Verständnis für ihre Mitmenschen aufbringen - selbst noch für Herrn Willnowsky.
Für die Gastronomie hat sie sich eher nebenbei entschieden. Die Urlaubsvertretung für eine Freundin im "Café Tabac" in Hannovers Oststadt hat ihr soviel Freude gemacht, dass sie sich vor nunmehr drei Jahren im "Dips 'n Stix" beworben hat, nicht zuletzt, weil sie immer ein großer Fan der im Fernsehen übertragenen "Schmidt-Show" gewesen ist. Um im Schmidt zu arbeiten, hätte sie auch als Klofrau angefangen. Die Stelle war zum Glück schon besetzt, was nur in einer Beziehung schade ist: Als Klofrau wären ihre Geburtstagsfeiern sicherlich rauschende Feste geworden. Im "Dips 'n Stix" wurde sie nach anfänglichem 20-Stunden-Vertrag in kürzester Zeit zur stellvertretenden Restaurantleiterin gekürt. Wenn sie sich nicht mit ihrer bewundernswert gleichbleibenden guten Laune um Dienstpläne, Abrechungen oder Gäste kümmert, geht sie ihren Hobbys nach: Kino, Musik hören und machen (Sara spielt ausgezeichnet Querflöte), den "Schlümpfen" und dem Kampfsport. Reizen sollte man die grundgutmütige Sara also nicht - in Notfällen wüsste sie sich sicherlich mit einem Kinnhaken zu wehren.
Wie alt bist Du? 31
Wer ist dein Lieblingskomiker? Jerry Lewis
Wer sind deine Lieblingsschauspielerinnen oder Schauspieler? Katherine Hepburn, Famke Janssen und Rock Hudson
Warum hast du dich für die Arbeit in der Gastronomie entschieden? Weil es nichts Tolleres gibt, als mit Menschen umzugehen.
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Welche Arbeit?
Welches ist dein Lieblingsessen im Dips 'n Stix? Sushi
Hast du Pläne für die Zukunft? Frau, Haus, Yacht
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Wer ist Herr Willnowsky?
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Folge 7: Eirini Ioannidou
 - Eirini Ioannidou
In der bunten Völkervielfalt der im Schmidt Theater und TIVOLI beschäftigten Kollegen ist nach dem krankheitsbedingten Ausfall der langjährigen Servicekraft Evangelia die bezaubernde Eirini Ioannidou eine von drei verbleibenden Griechen im Betrieb. Eirini ist seit 2000 im Service des Schmidt Theaters beschäftigt, dort, im Gemäuer des alten Hauses ist mir auch bei einem meiner damaligen Auftritte ihr klassisches griechisches Profil mit der kräftigen Stimme sofort aufgefallen - eine Mischung aus Irene Papas und Nana Mouskouri. Ihr Vater floh 1967 vor der Militärdiktatur mit seiner Mutter ausgerechnet in die niedersächsische Landeshauptstadt - nichts ist doofer als Hannover. Dort wuchs sie auf, zusammen mit ihrem, wie sie es selbst ganz direkt ausdrückt, missratenen Bruder. Trotz dieses Bruders und dem Besuch eines Waldorf-Kindergartens ist Eirini zum intelligenten Mädchen gereift. 1979 zog die Familie zurück in die griechische Heimat nach Thessaloniki. Dort besuchte sie das Deutsche Gymnasium und ist ein wahres Fremdsprachengenie geworden: Griechisch und Altgriechisch, Deutsch, Englisch und Spanisch spricht sie fließend, zudem noch ein paar Brocken Italienisch. Französisch kann sie nicht - hat aber trotzdem schon vor langen Jahren einen attraktiven Freund gefunden. Zurückgekommen nach Deutschland ist sie zum Studieren. Inzwischen hat sie ihr Medizinstudium abgeschlossen und sieht einer Zukunft als Anästhesistin entgegen. Bei der Berufswahl versteht sich gesundes Leben von selbst - die angehende Ärztin liebt Yoga und Kichererbsen und ist bekennender George-Clooney-Fan. Auf diese Weise erhält sie sich ihr fröhliches Gemüt, das selbst an ausverkauften Tagen den Saal des Schmidt Theaters überstrahlt. Befragt nach den herausragenden Eigenschaften ihrer deutschen Mitbürger antwortet sie verschmitzt: "Deutsche sind Perfektionisten - im Positiven wie im Negativen." Als herausragende Eigenschaft ihrer Landsleute bezeichnet sie das "Tratschen" - und so kann man von Eirini ganz en passant zwischen ein paar Getränketabletts immer ein paar nervenzerfetzende Neuigkeiten erfahren. Kennen gelernt hat sie ihren Lebenspartner - lange vor den Zeiten der Internetbekanntschaften - im "Europahaus" in Winterhunde. Ein sogenanntes Studentenwohnheim, welches im Volksmund als "Orgasmushaus" bekannt ist. Nach Auskunft von Eirini waren die dort aufgestellten Kondomautomaten nach jedem Wochenende völlig ausgeräumt. Was für Zeiten. Ich erinnere mich noch gut an meine erste Hochzeitsnacht. Als ich meine Nenntante Meta damals fragte, was ich denn in der Hochzeitsnacht anziehen sollte, antwortete sie: "Auf jeden Fall die Beine!"
Auch Eirini scheint diesen Rat befolgt zu haben - in diesem Jahr erwartet sie Nachwuchs. Wir wünschen Ihr alles Gute und hoffen, dass Sie auch nach dem damit einhergehenden Urlaub den Gästen im Schmidt Theater die Getränke serviert. Und wer weiß, wenn Sie, liebe Freunde des Schmidt Theaters eines Tages aus der Narkose aufwachen, in irgendeinem Krankenhaus am Rande der Stadt - vielleicht lächelt Ihnen dann die bezaubernde Eirini entgegen.
Wie alt bist Du? 33
Wer ist dein Lieblingskomiker? Aristophanes
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Das Arbeiten mit gesunden Menschen.
Für welche Hobbys bleibt neben deiner anstrengenden Tätigkeit im Schmidt Theater noch Zeit übrig? Yoga
Hast du Pläne für die Zukunft? Aus einem kleinen Griechen einen Menschen machen!
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Mir fällt nur einer von dir ein: "Alle Männer sind Idioten, aber ich habe ihren König geheiratet!"
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 - Samy Schneider in der Schmidt-Kasse
Haben Sie schon mal eine telefonische Kartenbestellung im Schmidts TIVOLI vorgenommen? Hatten Sie auch das Gefühl, einen falschen Anschluss, nämlich den einer Escort-Agentur, gewählt zu haben? Wenn ja, lag es daran, dass Sie mit Samy Schneider telefoniert haben. Samy hat eine deutsche Mutter und einen tunesischen Vater - it's so romantic! Mich hat das sofort an Fassbinders Melodram "Angst kann man nicht essen" oder wie das hieß, erinnert. Geboren in Paris, aufgewachsen bei der Mutter in Mannheim - diese stimmliche Melange aus einer tiefen tunesischen Männerstimme und dieser merkwürdigen Mannheimer Mundart, bei der man sich unweigerlich an Joy Fleming erinnert fühlt, ist im erotischen Kosmos des Schmidt Theaters unschlagbar.
Samy Schneider (mit tunesischem Namen: Samy Ben Salah) ist mit seiner Mutter mit zwei Jahren aus Paris nach Deutschland gezogen, seinen Vater hat er erst mit 19 Jahren in der Schweiz kennen gelernt, seine fünf Halbgeschwister haben die neuseeländische Staatsbürgerschaft - niemand dürfte überrascht sein, dass sich Samy als Kosmopolit fühlt. So hat er denn auch nach dem Abschluss des Gymnasiums in Mannheim ein halbes Jahr als Ranger in Naturreservaten in Südamerika gearbeitet. Seine Erfahrungen im Umgang mit wilden Tieren bewähren sich täglich - auch den Publikumsansturm auf die Karten für CAVEMAN übersteht der Lockenkopf ohne jedwede Mordphantasie. Zu seiner Erziehung des Herzens gehörte ebenso eine Weltreise durch Indien, Thailand, Neuseeland, Kambodscha, Vietnam, China, Australien, Mexiko und die USA. Ach ja, auf den Fidschi Inseln ist er auch gewesen, musste sich dort aber nicht wie weiland Willy Fritsch den Körper schwarz bepinseln lassen. Sein bronzener Teint ist makellos und führt junge Mädchen wie mich regelmäßig in Versuchung.
Sein Studium der Raum- und Umweltplanung hat er in Kaiserlautern aufgenommen und es dort zwei Jahre ausgehalten. Dann empfand er die Stadt als zu klein für raumplanerische Phantasien. Herr Willnowsky und ich sind vor einiger Zeit mal in Kaiserslautern aufgetreten. Das muss man sagen: Halb so groß wie der Friedhof von New York und doppelt so tot. Sein Wechsel nach Hamburg war also nur folgerichtig. Hier arbeitet er gerade am Abschluss seiner Diplomarbeit mit dem Titel "Pimp my City". Ich finde ja, ganz entre nous, das klingt irgendwie unanständig - offenbar geht es jedoch lediglich darum, wie Jugendliche ihren Stadtteil aufmotzen können. Folgerichtig ist Samy deshalb von St. Pauli nach Wilhelmsburg gezogen, dem Stadtteil in Hamburg mit dem Charme eines Rangierbahnhofes nach einem Nuklearkrieg, dem Stadtteil, in dem eine Autowaschanlage schon als kulturelle Institution gilt, dem Stadtteil, in dem die Bürgersteige um acht Uhr abends nicht nur hochgeklappt, sondern auch abgeschraubt und weggeschlossen werden.
Wir drücken also dem sportlichen Studenten, der in seiner Freizeit im Club "Shiraz" auflegt, Freestyle Frisbee spielt und gerne Fahrräder repariert, die Daumen für einen erfolgreichen Abschluss seiner Arbeit. Dafür ist Wilhelmsburg dann nämlich doch der richtige Ort. Wie heißt es in Herrn Willnowskys Version von "Blue Bayou" so schön: "Dieses Nichts ist so intensiv, hier schläft man so tief!"
Wie alt bist Du? Manchmal fühl ich mich wie 3 Jahre - mal wie 99.
Welches ist deine sexuelle Gesinnung? Ich werde (fast) magisch vom weiblichen Geschlecht angezogen (oder ausgezogen?).
Welches ist dein Lieblingskomiker? Neben Dir, Emmi, und deinem Mann, wobei du ja eigentlich Kammersängerin bist - Heinz Erhard und Roberto Benigni.
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Das Erraten der Herkunft der Kunden anhand des Dialektes. Und sonst herzliche und nette Kunden, die sich über eine Eintrittskarte für unser Theater wie eine Schneekönigin freuen.
Bleibt bei Deiner anstrengenden Tätigkeit auch Zeit für privates Vergnügen? Immer!
Wenn Ja, wie sieht das denn so aus? Wolken gucken, Gras beim wachsen zuhören,
Hast du Pläne für die Zukunft? Klar! Als zukünftiger Ingenieur der Stadtplanung habe ich Pläne en masse!
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Mein Bruder hat Kartoffeln mit Schwämmen gekreuzt. Die schmecken scheußlich, saugen aber ganz viel Soße auf.
Folge 5: Armen Karabetyan
 - Armen Karabetyan
Genauso vielfältig wie das Bühnenprogramm im Schmidt Theater und Schmidts TIVOLI ist die Zusammensetzung des dort angestellten Personals, von Spanien bis Griechenland sind (zumindest) fast alle europäischen Nationalitäten vertreten. Das trägt zur magischen multikulturellen Stimmung im Schmidt Theater nicht unwesentlich bei. Heute möchte ich Ihnen eine besonders heiße Mischung vorstellen: Armen Karabetyan. Dieser überaus freundliche Kellner und - ganz entre nous - einer der attraktivsten Männer des Hauses ist Armenier (seine Eltern sind gebürtig aus Istanbul), geboren und aufgewachsen in Esslingen (einem kleinen schwäbischen Nest in der Nähe von Stuttgart), spricht mehr oder weniger fließend armenisch, spanisch, französisch, englisch, schwäbisch und deutsch und versteht sogar einige Worte türkisch. Doch nicht nur das: Er ist sogar zugelassener Anwalt. Leider nicht Staatsanwalt für Abschieberecht, sonst hätte ich ihn schon lange mal gebeten, sich meines Mannes anzunehmen - doch im Gegensatz zu Questenberg in Schillers Wallenstein-Trilogie ist nicht Anklagen sein Amt und seine Sendung. Er ist spezialisiert auf Zivilrecht, Mietrecht und Arbeitsrecht und mit diesem Rucksack voller Fachwissen möchte er gerne eine Stelle im Auswärtigen Amt ergattern. Er sagt das mit einem lachenden und einem weinenden Auge, weil er Hamburg sehr mag und gerne in der Hansestadt verweilen würde. Das ist mehr als verständlich, wenn man aus Esslingen kommt - fragen sich doch die meisten Menschen, wie denn wohl der nächste Ort mit fließend Warm- und Kalt-Wasser heißt. Seine Schwester lebt übrigens als Lehrerin in Stuttgart und auch die Mutter ist mit ihrem Lebensgefährten (Armens Vater verstarb vor 10 Jahren) in Baden-Württemberg verblieben (im familiären Umfeld wird allerdings immer noch armenisch statt schwäbisch gesprochen - eine kluge Wahl). In Baden-Württemberg hat Armen übrigens auch sein Abitur gemacht, seine exotische Herkunft und die Armenierfrage spielten während seiner Schulzeit kaum eine Rolle, auf englisch mußte er allerdings einmal ein Referat zu diesem Thema halten.
Gerne hätte ich mich mit Armen mal auf eine Fahrt in den südlichen Kaukasus begeben, um die wilden Liebesspiele der Tartaren kennenzulernnen. Allein, Armen steht, wie so viele Mitarbeiter des Hauses, ganz offen zu seiner gleichgeschlechtlichen Veranlagung und hat sich bisher aller meiner Offerten erfolgreich widersetzt. Für ein gemeinsames Leben mit einem Mann bringt Armen alle guten Voraussetzungen mit: Er liebt amerikanische Pancakes, Nutella und Prosecco und ist außerdem ein sehr großer Grand-Prix-Fan. Sein Lieblingslied ist immer noch "Sing little birdy" von Pearl Carr und Teddy Johnson aus dem Jahr 1959, sein liebster deutscher Grand-Prix-Beitrag das unverwüstliche "Ein Lied kann eine Brücke sein", seine Lieblingsgrandprix-Sängerin allerdings nicht Joy Fleming, sondern Céline Dion. Daß Homosexuelle aber auch immer noch diesen Hang zu magersüchtigen Mädchen haben. Auch in diesem Jahr hat Armen seine Leidenschaft nicht verborgen und ist zum Endausscheid nach Athen gefahren. Armenien ist bedauerlicherweise erst einmal beim Grand Prix angetreten, deshalb an dieser Stelle ein Aufruf an alle Komponisten, die nicht Ralph Siegel heißen: Schreiben Sie mir einen Titel und ich gehe im nächsten Jahr an den Start - mit einem zugelassenen Anwalt als Background-Tänzer.
Wie alt bist Du? Laut Testreich (Absurde Psychotests im Internet, Anm. d. Red.): 31
Welches ist dein Lieblingskomiker? Herr Willnowsky
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Deine Anwesenheit!
Bleibt bei Deiner anstrengenden Tätigkeit auch Zeit für privates Vergnügen? Leider viel zu selten, aber dafür heftigst! Abgesehen davon stellt die Arbeit im Schmidt auch privates Vergnügen dar. Es ist schön mit Freunden zusammen arbeiten zu dürfen!
Wenn Ja, wie sieht das denn so aus? Grand Prix, Grand Prix und noch mal Grand Prix und zwischendurch mal nen Mann mit Nutella beschmieren und vernaschen!
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Amüsierst du dich? - Dann sag deinem Gesicht bescheid! PS: Bester Emmi-Witz: Hübsches Hemd haben Sie da an - wenn's mal modern wird, haben Sie es schon!
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 - Steffen Waeger
Es gibt Schicksalsschläge, die einem Menschen helfen, mit den Unbilden des Lebens zurechtzukommen z.B. in einer Stadt wie Magdeburg geboren zu werden. Der allseits geschätzte Schmidts Tivoli-Mitarbeiter Steffen Waeger kommt aus ebendieser Stadt. Er hat es mit seinen Eltern und Großeltern, einem älteren Bruder und einer älteren Schwester dort bis zu seinem 20. Geburtstag ausgehalten und wollte sich dann doch mal den Wind um die Nase wehen lassen. Was lag also näher, als auf der Elbe direkt nach Hamburg überzusetzen? Im Großstadtdschungel hat er sich schnell zurechtgefunden: als ich ihm das erste Mal im Schmidt Theater begegnete, war er schon ein sehr selbstbewußtes Kerlchen geworden und hatte den etwas entstellenden Dialekt seiner Sachsen-Anhaltinischen Heimat gegen ein fließendes Hochdeutsch eingetauscht, dem er durch einen weichen, ja fast möchte ich sagen, weiblichen Zungenschlag einen sanften Ton beizugeben wußte, dem Murmeln der Wasser in den Alsterfleeten nicht unähnlich.
Im Jahr 2001 hat Steffen seine Ausbildung zum "Darsteller im Musiktheater" auf der "Stella Academy" begonnen. Die Schule schloß, nachdem er erst ein Jahr seiner Ausbildung absolviert hatte - allerdings nicht wegen seines Gesanges, wie sich Unholde im Souterrain mancher Hamburger Nachtbar zuraunen. Seine gesanglichen und darstellerischen Qualitäten sind - ganz im Gegenteil - hervorragend. Man kann sich davon in mancher Mitternachtsshow überzeugen. Ja, hinter dem wilden Wirbelwind, der als "Sweet Transvestite" aus der "Rocky Horror Picture Show" über die Bühne wirbelt, verbirgt sich niemand anders als der im alltäglichen Leben äußerst seriös auftretende Steffen Waeger.
Doch der Reihe nach: Die Stella Academy schloß 2001 ihre Pforten. Der Grund war, nebenbei bemerkt, der ruhestörende Gesang der dort lehrenden Gillian Scalici. Steffen wechselte also zur "Stage School of Music, Dance and Drama" und schloss dort nach weiteren zwei Jahren seine Ausbildung ab. Nicht mit einem Schlüssel. Ganz im Gegenteil: im Bereich Sprechtheater sogar mit dem Bertolt Brecht-Dama "Furcht und Elend des Dritten Reiches" in der Rolle des Elends. Apropos "Drittes Reich" - ich mußte mich für meinen Ex Mann ja immer als Polen verkleiden - er wollte mich mal erobern. Zurück zu Steffen. Der eroberte die Welt - auf dem Clubschiff "AIDA" als Musical-Sänger und -Darsteller. Wieder auf dem Festland arbeitete Steffen als männliche Garderobiere und als Kellner im Tivoli und Schmidt Theater, lernte seine erste große Liebe kennen (Steffen ist homosexuell und trotzdem ein sehr netter Mensch, seine erste große Liebe ist auch homosexuell und Bankkaufmann) und begann dortselbst seine Ausbildung zum "Veranstaltungskaufmann" (engl.: "Eventmanager") in der Schmidts Tivoli GmbH.
Diese Ausbildung macht es möglich, daß Steffen der von Thomas Hermanns geschriebenen und inszenierten Komödie mit Musik EMMI - DIE SALOMÉ VOM SPIELBUDENPLATZ seine volle Unterstützung als Regie- und Produktionsassistent angedeihen lassen kann - ein Segen für alle Mitspieler. Er ist flink, kompetent, liebt die italienische und deutsche Küche und trinkt besonders gerne Spezi und Leitungswasser. Mit solchem Menschen läßt es sich aushalten - beruflich und privat. So hat sich für Steffen ein Kreis geschlossen. Denn schon von Kindesbeinen an stand Steffen auf der Bühne - im Theater Magdeburg u.a. als Knabe im zweiten Akt von Puccinis Oper "La Bohème". Obwohl es das Leben mit Steffen sehr gut gemeint hat, ist sein größter Traum noch nicht in Erfüllung gegangen: Einmal die die Zaza in Jerry Hermans Musical "La Cage aux Folles" spielen. Doch auch wenn Steffen sich zu den sogenannten Hosenrollen hingezogen fühlt - eine Frau möchte er trotzdem nicht sein. Ich finde das ganz richtig. Erstens gibt es im Schmidt Theater und im Tivoli schon genug Damen, die eigentlich Herren sind und zweitens hat solch eine Maskerade doch immer etwas Groteskes.
Welches ist dein Lieblingskomiker? Ich habe eigentlich zwei Lieblingskomiker - Louis de Funes und Hape Kerkeling. Louis Filme sind einfach gigantisch,Hape dagegen ist ein begnadeter Comedian und Entertainer
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Die Arbeit im Programmbüro und in der Veranstaltungsabteilung.
Bleibt bei Deiner anstrengenden Tätigkeit auch Zeit für privates Vergnügen? Zeit für Privates Vergnügen? Mein privates Vergnügen spielt sich täglich hier ab! * kleiner scherz*
Wenn Ja, wie sieht das denn so aus? Ich nehme mir gerne Zeit für *meinen Freund*, der mir sehr am Herzen liegt. Ansonsten liebe ich es einfach zu Hause zu sitzen und die Füße hoch zu legen, ob vor dem Fernseher oder einfach vor dem PC beim chatten.
Hast Du Pläne für die Zukunft? Ich möchte gerne mit meinem Freund irgendwann mal in einem schönen Apartment an der Alster leben mit allem was das Herz begehrt, Kinder haben und einen Job wo ich gut verdiene. Der Job? Der kommt meistens eh so, wie man es sich nie vorgestellt hat.
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? Sagt die Frau zum Priester: "Küssen Sie mich, Küssen Sie mich." Pfarrer: "Das darf ich nicht. Streng genommen dürfte ich nicht mal nackt auf Ihnen liegen."
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Folge 3: Christina Gallasch
 - Christina Gallasch
Christina Gallasch ist eine zierliche und trotzdem burschikos wirkende junge Dame, die man im Schmidt Theater oder im Schmidts TIVOLI an der Kartenausgabe oder am Empfang erwarten würde. Tatsächlich aber hat sie sich eine der kräftezehrendsten Tätigkeiten in diesen beiden Häusern ausgesucht - sie ist zuständig für die gute Beleuchtung. Das heißt im Klartext: jeden Tag auf die Leiter, für jedes Gastspiel und für jede Hausproduktion Scheinwerfer aufhängen oder richten und jeden Abend am Lichtpult für den einwandfreien technischen Ablauf der jeweiligen Produktion Sorge zu tragen. Das setzt eine gewisse Zähigkeit voraus, die sich aber wahrscheinlich jeder erwirbt, der wie Christina zwischen Bergen und Baggerseen im nordrheinwestfälischen Höxter aufgewachsen ist.
Mit neunzehn Jahren brach Christina zum Studium der Germanistik nach Bochum auf. Das Bochum eine der hässlichsten Universitäten Deutschlands beherbergt, ist freilich das Einzige ihr aus dieser Zeit noch Erinnerliche. Statt sich um langweilige Lyrik-Exegesen zu kümmern, folgte sie lieber ihrer eigentlichen Leidenschaft - dem Theater. Mit der Bochumer Truppe "Theater total" verbrachte sie neun Monate ihres jungen Lebens und wanderte dann für fünf Wochen nach Spanien aus, um dort an einem Clownsworkshop von Paco Gonzales teilzunehmen. Der verlangte zwar kein Geld, dafür aber tatkräftige Hilfe beim Bau seines Hauses. Kein Geld und kräftig anpacken - damit war Christinas Weg in ein privatwirtschaftlich betriebenes Theater vorgezeichnet. Nach einem technischem Praktikum im TIVOLI und einer dreijährigen Ausbildung zur Fachkraft für Veranstaltungstechnik ist sie seit Juli 2005 im Schmidts TIVOLI fest angestellt - zur Freude gerade auch der Kolleginnen, die noch älter sind als ich und deren Falten von Christinas Beleuchtungskünsten gnädig verdeckt werden. Sie arbeitet gerne mit ihren ausschließlich männlichen Kollegen vom Licht und Ton zusammen - es sind einige der attraktivsten angestellten Herren in den beiden Theatern. Heiraten möchte sie keinen von Ihnen, sie hält es mit der französischen Schriftstellerin Francoise Sagan, die einmal gesagt hat: "Viele, von denen man glaubt, sie seien gestorben, sind bloß verheiratet." Ob sie allerdings zu außerehelichen Aktivitäten bereit wäre, konnte ich ihrem schelmischen Lächeln nicht entnehmen.
Christina liest gerne japanische Literatur (wir haben alle unsere kleinen Schwächen), hört gerne Musik (von ihrer Lieblingsgruppe, der Elektropopband "Anderson" ist mir noch nie was zu Ohren gekommen, glücklicherweise müsste ich wahrscheinlich sagen), trinkt gern Rum-Cola (sind wir nicht alle ein bisschen Bluna) und liebt ihren Beruf. Auf der Bühne vermisst sie allerdings die Clowns - doch wohl nur, weil sie nie Simmel gelesen hat: "Mit den Clowns kamen die Tränen". Christina Gallasch steht ihre Frau in einer reinen Männerdomäne - das ist gelebte Emanzipation. Sie macht davon wenig Aufhebens. Das macht sie so sympathisch und mir so ähnlich. Wie hat Anita Loos einmal so schön gesagt: "Ich ärgere mich über Feministinnen, die ständig ausposaunen, Frauen seien klüger als Männer. Natürlich stimmt das, aber es sollte nicht so breitgetreten werden, sonst verdirbt es einem den ganzen Spaß!"
Wie alt bist Du? 26 (Sternzeichen Wassermann, Aszendent Schütze, Mondzeichen Widder übrigens)
Was ist Deine sexuelle Orientierung? Die Frage hab ich mir auch schon mal gestellt
!
Welches ist Dein Lieblingskomiker? ?
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Mit so vielen tollen Menschen zusammenzuarbeiten und lichttechnisch viel experimentieren zu können.
Hast Du Pläne für die Zukunft? Ganz viel Zeit mit Wellenreiten an den schönsten Stränden der Welt zu verbringen!
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? "Wenn auf der Strasse du 'nen Pinguin überfährst, dann bist du jenseits von Schwe-he-den!"
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Folge 2: Nadine Leßmeister
 - Nadine Leßmeister
Nadine Leßmeister sitzt an einer Schaltstelle der Macht - im Programmbüro des Schmidts TIVOLI. Die Ausübung dieser verantwortungsvollen Tätigkeit hat noch keine Spuren in ihre fragilen fraulichen Gesichtszüge gemeißelt. Das verwundert, hat sie doch tagtäglich mit komischen Künstlern, aufgebrachten Agenten und tolldreisten Technikern zu tun. Wahrscheinlich ist Fräulein Leßmeister deshalb als veritable Vertilgerin von Süßigkeiten aller Art im Büro des Schmidts TIVOLI bekannt, eine so nervenzehrende Tätigkeit will schließlich aufgefangen werden. Es ist allerdings ein böses Gerücht, dass Sie aufgrund des hohen Anteils von klebrigem Naschwerk in ihrem Speichel besonders gern zum Anfeuchten und Aufkleben der Briefmarken auf der täglich zahlreich ausgehenden Hauspost herangezogen wird.
Geboren und aufgewachsen ist Nadine Leßmeister in Göttingen, einer der Städte Deutschlands, in der das kleine Wörtchen "wohnhaft" eine völlig neue Bedeutung bekommt. Dort studierte sie Sozialwissenschaften, was ihr im Umgang mit KünstlerInnen aus sozial unaufgeräumtem Milieu noch sehr zugute kommen sollte. Ihre erste Anstellung fand sie bei einem dortigen sogenannten Stadtmagazin und wechselte später zur "Szene Hamburg", als Redakteurin für Promotion und Events. Ein glücklicher Zufall führte Nadine dann ins Programmbüro des Schmidts TIVOLI, wo sie zusammen mit dem Programm-Chef Mirko Bott die künstlerischen Geschicke der beiden Häuser in weiblichem Seelengleichklang leitet.
Trotz ihrer zurückhaltenden Wesensart kann Nadine sehr offensiv sein: So erzählte sie mir bei unserem Kennenlernen, dass sie meine Shows gar nicht lustig fand, als sie mich zum ersten Mal auf der Bühne sah. Aber wie kann man einer Frau böse sein, die sich mit so großem persönlichen Einsatz und unter Hintanstellung aller eigenen Wünsche um das Wohl der Künstler bemüht?
Wenn man wie Nadine fast jeden Abend im Theater verbringt, um den Künstlern ein kleines Gefühl von Heimat zu geben, bleibt für Privatleben wenig Raum, über welches sie, diskrete Natur, die sie nun mal ist, wenig spricht. Nur soviel weiß ich sicher: Sie hat ein Herz für die Tierwelt und lebt mit ihrem Japan-Chin Daisy (eine Art Hund), zwei Wellensittichen (genannt großer Peppie und kleiner Peppie) und einem sexuell unentschlossenen Mitbewohner in Hamburg-Eimsbüttel.
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Folge 1: Henning Mehrtens
 - Henning Mehrtens
Ich lernte Henning Mehrtens vor vielen Jahren kennen, damals, als das alte Schmidt-Gemäuer noch bespielt wurde, an das sich nur noch die Jüngeren unter Ihnen erinnern werden. Mir fiel das freundliche Wesen dieses hochgewachsenen, schlanken und attraktiven Jünglings sofort auf und nachdem wir uns auf der Hinterbühne (ein schmaler Streifen mit Tisch und Stühlen, der auch als Garderobe diente, diese Bezeichnung aber nicht verdiente) nach einer herzlichen Begrüßung bekannt gemacht hatten, schloß ich ihn sofort ins Herz. Und daß, obwohl er mir sogleich umstandslos klar machte, daß er an einer mehr als platonischen Freundschaft nicht interessiert sei. Ich bedaure das bis heute sehr, weiß aber seit meiner Zeit als Trümmerfrau klare Verhältnisse sehr zu schätzen.
Henning Mehrtens kommt aus einer kinderreichen Obstbauernfamilie und durfte als einziges Kind in der Familie studieren. Das hat ihm nicht viel Freude gemacht. Kein Wunder: ein so offenherziger Mensch muß mit Menschen in Kontakt kommen und sollte seine Nase nicht in staubige Bücher stecken. Er absolvierte stattdessen eine Berufsausbildung zum Schauspieler - die er mit Bravour bestand. Man merkt es noch heute seinem spitzbübischen Lächeln an, wenn er das Geschehen auf der Bühne kommentiert. Seine jetzige Berufung erhielt er allerdings bei einer Autogrammstunde von Angela Merkel. Die damalige Umweltministerin machte ihm unmißverständlich klar, wie wichtig es sei, Deutschland zu dienen, egal ob in der Politik oder in einer kulturellen Institution. In einer stillen Stunde verriet mir Henning, daß Frau Merkel nicht von einer kulturellen Institution, sondern ganz despektierlich von einem Transenschuppen gesprochen habe. Auf Einladung von Henning war sie inzwischen schon mehrmals inkognito im Schmidt Theater (Henning half ihr mit ein paar alten Kleidern und Perücken von Lilo Wanders aus, sodaß sie nicht erkannt wurde). Hierbei konnte sich unsere Frau Bundeskanzler von der Qualität des Dargebotenen überzeugen. Ganz nebenbei wurde Henning also zu einem wahren Botschafter der Kultur und hat durch diese starke ostdeutsche Frau zu seiner wahren Berufung als Saaldiener gefunden: Auch er will Deutschland dienen! Er befehligt inzwischen ein ganzes Heer von Saaltöchtern (weiblichen und männlichen), ist auch hinter dem Tresen ein gern gesehener Gast und kümmert sich aufopfernd um die Belange der auftretenden Künstler. Wenn Sie, liebe Zuschauer, also jeden Abend einen reibungslosen Ablauf im Theater erleben, dann hat Hennig Mehrtens daran einen nicht zu unterschätzenden Anteil.
Unter uns Betschwestern: auch Hennings Sprecherziehung hat sich gewinnbringend ausgewirkt. Er ist ein begnadeter Komödiant, obwohl er immer bescheiden abwinkt, wenn man ihn auf seine Qualitäten als Allround-Entertainer anspricht. Aber jeder, der ihn schon einmal in der Mitternachts- oder Tresenshow gesehen hat (als Solist oder als Trio-Partner der "Quetschtragödie"), wird dies bestätigen können. Hinter seinem ruhigen, konzentrierten Äußeren lodert eben doch das Feuer einer echten Leidenschaft für das Theater.
Doch nun will ich Henning selbst zu Wort kommen lassen - anhand der von mir vorbereiteten Fragen. Ich sage schon mal Tschüß und freue mich auf Ihren Besuch im Schmidt Theater und im Schmidts TIVOLI.
Ihre EMMI!
Wie alt bist Du? Geboren am letzten Tag des Stieres im Jahr des Pferdes!
Was ist Deine sexuelle Orientierung? Eine für das Schmidt Theater eher untypische!
Welches ist Dein Lieblingskomiker? Gott!
Was macht Dir bei Deiner Arbeit im Schmidt Theater am meisten Freude? Intime Gespräche mit Künstlern und Gäste liebevoll auf den Arm nehmen!
Bleibt bei Deiner anstrengenden Tätigkeit auch Zeit für privates Vergnügen? Wir sprechen von zwei Seiten einer Medaille – kaum zu trennen!
Wenn Ja, wie sieht das denn so aus? Kino, Komiks, Kwetschtragödie & Kwick-Stepp!
Hast Du Pläne für die Zukunft? Meine Zukunft befindet sich immer innerhalb eines 5-Minuten Abstandes, also: Carpe Diem!
Welches ist Dein persönlicher Lieblingswitz von Herrn Willnowsky? "Was hat zwei Beine und blutet?" - "Ein halber Hund!"
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