Schmidt Theater & Schmidts Tivoli - Theater Gastronomie Hamburg Reeperbahn

Schmidt Theater

Geschichte des Hauses

 

 

Sommer 2008

Hamburg feiert am 8.8. abends um 8 Uhr 8 ein kulturelles Großereignis von nationaler Bedeutung:

Auf den Tag und die Minute genau 20 Jahre nach der Eröffnung des legendären Schmidt Theaters fällt der Startschuss für das dreitägige große Bühnenprogramm. Auf dem Spielbudenplatz kann jeder bei der Geburtstagsgala dabei sein: Pünktlich um 8 Uhr 8 am Abend werden vom großen Balkon des neuen Schmidt Theaters aus mit großem Donner, Glanz und Gloria die Feierlichkeiten von den Hausherren Corny Littmann und Prof. Norbert Aust eröffnet.

 

Jahrelang tourte die Theatertruppe "Familie Schmidt" durch ganz Deutschland, bespielte vom Konzertsaal über Schulaulen bis zu Kneipen alle vorstellbaren Orte, bis man sich einigte: Man sei des Reisens müde. Und da Hamburg, besser gesagt: St. Pauli, das Zuhause von Corny Littmann war und natürlich bis heute ist, lag die Entscheidung nahe, sich im ehemaligen "Kaiserhof" am Spielbudenplatz Nr. 24 niederzulassen. Corny Littmann brachte überdies Erfahrung über das bloße Theaterspielen hinaus mit: Von 1982 bis 1985 leitete er freie Theatergruppen auf Kampnagel.

 

Am 8.8.88, abends um 8 Uhr 8, wurde das Schmidt Theater feierlich eröffnet. Das Programm des Theaters sollte die Fächer Komödie und Volkstheater vereinigen - und darüber hinausgehen: Familie Schmidt setzte sich zum Ziel, "schräges Theater" zu machen. Unterhaltung für Kopf, Herz und Bauch: Show, Theater, Comedy mit Niveau, in Eigenproduktionen und Gastspielen. Dem Publikum richtete man es gemütlich ein: 230 Plätze auf Samtsofas und Plüschsesseln und die Möglichkeit, ein Getränk oder Eis während der Vorstellung zu verzehren, gehörten zur abendlichen Vorstellung genauso dazu wie das Theaterspielen selbst.

Mit "Sag bitte und ich sing" eroberten sich die Darsteller der "Familie Schmidt" zusammen mit Georgette Dee und Terry Truck 1988 die Publikumsherzen. Auch spätere Produktionen wie die Matrosenrevue "Blaue Jungs", die musikalische Revue "Edith Piaf - Ich bereue nichts", der Kiez-Krimi "Mord im Frisiersalon" oder die Kiez-Soap-Opera "Pension Schmidt" feierten große Erfolge. Hinzu kamen die samstäglichen Schmidt Mitternachtsshows, deren bunte Mischung aus Kleinkunst, Kabarett, musikalischer Darbietung und Comedy nach wie vor die Herzen der Zuschauer begeistert. Die in den dritten Programmen bis Anfang der 90er Jahre ausgestrahlte "Schmidt Show" mit Corny Littmann, Marlene Jaschke und Lilo Wanders machte das Haus bundesweit bekannt.

 

 

 

 

Eine Ära ging zu Ende, als das Schmidt Theater Anfang 2004 seinen Spielbetrieb einstellte: Das baufällige Gebäude musste abgerissen werden. Am 8.8.2005 feierte das neue Schmidt Theater mit einem rauschenden Fest seine große Wiedereröffnung. Mit 400 Plätzen bietet die neue Spielstätte fast doppelt so vielen Zuschauern Platz wie das alte, auf dessen Brettern Stars wie Tim Fischer, Stefan Gwildis, Georgette Dee und Helge Schneider seit den Anfängen ihrer Karriere standen und stehen.

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Außen ein hochmoderner Bau mit rot leuchtender Glasfassade, erstrahlt das neue Theater innen in altem, plüschig-gemütlichem Glanz und bietet lieb gewonnenen Künstlern genauso ein Zuhause wie frischen Gesichtern, begeistert mit grandiosen Galas, neuen Musicalproduktionen wie "Villa Sonnenschein" und der Schlager-Revue "Karamba!" sowie wunderbaren Gastspielen.

Die Sprinkenhof AG (SpriAG) ist die Bauherrin des Entertainment-Centers am Spielbudenplatz, in dem das neue Schmidt Theater die beiden unteren Stockwerke einnimmt. In den Obergeschossen des Gebäudes entstanden Büroflächen für junge Unternehmen aus der Unterhaltungsbranche, denen mit einem reduzierten Mietpreis Starthilfe geleistet werden sollte.

Die SpriAG hat jedoch nur den Theater-Rohbau an die Schmidts TIVOLI Kultur und Gaststättenbetriebe GmbH übergeben. Die Inneneinrichtung des Theaters und der Gastronomie wurde vom Schmidt-Team ausgeführt und finanziert - von der Beleuchtung über die Bestuhlung für 400 Zuschauer bis hin zu den Küchengeräten. Rund 1,5 Millionen Euro wurden dafür benötigt. Mit 350.000 Euro unterstützte die Kulturbehörde den benötigten Etat des nicht subventionierten Theaterbetriebs, der Rest musste aus eigener Kraft finanziert werden.

Ein Teil davon wurde über die Sesselpaten-Aktion "Sitzen Sie ein Zeichen!" erbracht, an der sich Schmidt-Club-Mitglieder, Unternehmen, Privatpersonen und Prominente beteiligt haben. Darunter die einstige "Tagesschau"-Crew Dagmar Berghoff, Wilhelm Wieben und Jo Brauner, Entertainer Bill Ramsey, der Dirigent Klauspeter Seibel, die Theater-Kollegen Christian Seeler vom Ohnsorg-Theater, Thomas Collien und Uli Waller vom St. Pauli-Theater, aber auch Helge Schneider. Er bestand als einziger darauf, nicht die Patenschaft für einen Sessel zu übernehmen, sondern reservierte sich einen bis dato nicht eingeplanten Stehplatz direkt am rechten Eingang zum Parkett.

Für die Innenausstattung des neuen Schmidts war Johannes Wienand verantwortlich. Der gebürtige Dortmunder studierte an der Kunstakademie Düsseldorf und arbeitet seitdem als Ausstatter für Film und Fernsehen. Seine erste Produktion war die ZDF-Serie "Das Erbe der Guldenburgs". Wienand lebt seit 19 Jahren in Hamburg und ist ein "Familie Schmidt"-Mitglied der ersten Stunde. Neben zahlreichen Bühnenbildern gestaltete er bereits das alte Schmidt Theater, das Schmidts TIVOLI, das Schatto Pauli und Angie's Nightclub.

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