Schmidt Theater

Geschichte des Hauses

 


Anfang 1988 war es, als am Tanzlokal Kaiserhof am Spielbudenplatz 24 auf einmal ein „Zu vermieten!“-Schild prangte. Genau zum richtigen Zeitpunkt: Jahrelang waren Corny Littmann und Ernie Reinhardt (alias Lilo Wanders), mit ihrer freien Theatertruppe Familie Schmidt durch die Republik getourt – lange genug, wie man fand. Es war Zeit für eine feste Spielstätte und genau diese bot sich nun mitten im heimischen St. Pauli.

 


Ein Verzehrtheater im Stil der Varietés der 20er Jahre wollte man hier auf der Reeperbahn schaffen, allerdings mit zeitgemäßem Bühnenprogramm. Die unkonventionelle Mischung aus Musik, Theater und Comedy mit schrägem Humor, Herren im Fummel und ohne Angst vor Tabus prägt den Schmidt-typischen Stil bis heute. So wie die aus Kostengründen vom Kaiserhof übernommenen roten Samtsessel und -sofas, auf denen es sich allabendlich 230 Gäste gemütlich machen sollten. Am 8.8.88, abends um 8 Uhr 8, wurde das Schmidt Theater dann bei hochsommerlichen Temperaturen feierlich eröffnet.


Mit der Eröffnungsproduktion „Sag bitte und ich sing“ eroberten die Darsteller der Familie Schmidt zusammen mit Georgette Dee und Terry Truck bereits in den ersten Wochen die Publikumsherzen. Auch spätere Produktionen wie die Matrosenrevue „Blaue Jungs“, die musikalische Revue „Edith Piaf – Ich bereue nichts“, der Kiez-Krimi „Mord im Frisiersalon“ oder die Kiez-Soap-Opera „Pension Schmidt“ feierten große Erfolge. Hinzu kamen die samstäglichen „Schmidt Mitternachtsshows“, deren bunte Mischung aus Kleinkunst, Kabarett, musikalischer Darbietung und Comedy nach wie vor jedes Wochenende begeistert.

 

 

 

Die in den dritten Programmen bis Anfang der 90er Jahre ausgestrahlte „Schmidt Show“ mit Corny Littmann, Marlene Jaschke und Lilo Wanders machte das Haus bundesweit bekannt. Über 40 Shows mit Gästen wie Heidi Kabel, Rio Reiser, Hildegard Knef, Harald Juhnke, Dirk Bach und vielen anderen mehr wurden live übertragen.

Über uns

Eine Ära ging zu Ende, als das alte Schmidt Theater Anfang 2004 seinen Spielbetrieb einstellte: Wenn es regnete, mussten auf der Bühne Wassereimer aufgestellt werden, Efeu wuchs durch die Decke und es war klar, dass das baufällige Gebäude abgerissen werden muss. Am 8.8.2005 feierte das neue Schmidt Theater dann mit einem rauschenden Fest seine große Wiedereröffnung. Mit 420 Plätzen (darunter viele von Sesselpaten gesponsort) bietet die neue Spielstätte seitdem fast doppelt so vielen Zuschauern Platz wie die alte, auf dessen Brettern Stars wie Tim Fischer, Stefan Gwildis, Ingo Appelt, Georgette Dee oder Helge Schneider seit den Anfängen ihrer Karriere standen und stehen.

Außen ein hoch moderner Bau mit rot leuchtender Glasfassade, erstrahlt das neue Theater innen in dem lieb gewonnenen plüschig-gemütlichem Glanz. Das Schmidt bietet lieb gewonnenen Künstlern genauso ein Zuhause wie frischen Gesichtern, begeistert mit Eigenproduktionen wie „Villa Sonnenschein“ und „Oh Alpenglühn!“, der alljährlichen „Schmidt-Wintergala“ und vielen wunderbaren Gastspielen.

Seit 2006 hat das Haus außerdem mit eigenen Kindertheaterproduktionen wie der ersten Musicalfassung vom „Räuber Hotzenplotz“ und dem aktuellen Stück „Es war einmal – 7 Märchen auf einen Streich“ auch die kleinen Theaterfans erobert und sich als Familientheater etabliert.

Über uns

In bester Schmidt-Tradition wird am Spielbudenplatz auch fürs leibliche Wohl gesorgt: Getränke und kleine Snacks gibt’s direkt am Platz. Die hausbar im Theaterfoyer ist Nachtcafé und Wohnzimmer zugleich. Ob nachmittags zu Kaffeespezialitäten und Kuchen, vor der Vorstellung auf ein Glas Wein oder zu später Stunde bei Longdrinks und Cocktails: In der hausbar treffen Theatergäste, Kiezbummler und Nachtschwärmer auf Künstler, Stars und Sternchen. Jeden Freitag bittet Horst J. Gonzales alle Sangeswütigen zum Karaoke.

Im 1. Stock wird im hauseigenen Restaurant Dips 'n Stix Fingerfood aus aller Welt serviert. In 80 Happen reist der Gaumen um die Welt – mit Panoramablick auf die Reeperbahn, zur warmen Jahreszeit vom großen Balkon aus.

Dips 'n Stix